Mit Jugendlichen über Geld sprechen – ein neues Three Coins-Format für die Jugendarbeit

Von Nina Hobi

Dank der Unterstützung unserer Förderpartner, der Katharina Turnauer Privatstiftung, der Avina Stiftung und der Gottfried und Ursula Schäppi-Jecklin Stiftung konnten wir uns im Frühling 2016 in ein Projekt stürzen, das uns schon lange ein Herzensanliegen war: ein Format, das Material und Methodik liefert, um mit Jugendlichen in den ganz unterschiedlichen Kontexten der Jugendarbeit das Thema «Umgang mit Geld» zu bearbeiten. Die Herangehensweise der Jugendarbeiter_innen, die auf das Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und den Jugendlichen, basiert, ergänzt den Three Coins-Ansatz perfekt: Sich auf Augenhöhe begegnen, gemeinsames Erarbeiten von Themen statt einseitige Vermittlung von Inhalten, direktes Anknüpfen an die Lebensrealität der Jugendlichen statt trockenes Finanzwissen.

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Mit dem Anspruch, die in vielen Workshops mit unterschiedlichen Zielgruppen, aber auch im Austausch mit anderen Financial Education-Organisationen gesammelten Inputs und Erfahrungen in ein Toolkit zu verpacken, das Jugendarbeiter_innen dazu befähigt, spontan und ohne grosse Vorbereitung in eine vertiefte Diskussion einzusteigen, wenn die Sprache auf das Thema Geld kommt, sind wir in die Entwicklung gestartet. Neben dem Toolkit sollte ein Training für Jugendarbeiter_innen entstehen, um ihnen ein breiteres Verständnis für die Finanzkompetenz-Vermittlung zu ermöglichen und ihnen die Grundlagen für eine interaktive Auseinandersetzung mit dem Thema in ihren Jugendgruppen mitzugeben.

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Während der ersten Wochen der Entwicklung ging es unter anderem darum, Partner_innen für die Pilotierung zu finden. Hier gab uns Markus Gander von infoklick.ch den entscheidenden Hinweis auf die Weiterbildungstage der VOJA Bern, die «Weisse Woche», welche jedes Jahr im November stattfindet. Schon eine erste Kontaktaufnahme mit Nicole Chen von der VOJA ergab, dass sowohl unser Thema als auch unsere Herangehensweise bestens zu den Ideen der VOJA passen – wir erhielten die Zusage für einen eineinhalbtägigen Pilotworkshop im Rahmen der «Weissen Woche» 2016.

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Eine der wichtigsten Säulen aller Three Coins-Entwicklungen ist der Einbezug der Zielgruppen. Hier fokussierten wir auf die Zusammenarbeit mit einer siebenköpfigen Unterstützer-Gruppe, alles Jugendarbeiter_innen aus der Schweiz und aus Österreich, welche uns immer wieder Feedback gaben, Aktivitäten für uns testeten und als Ansprechpartner zur Verfügung standen, wenn Fragen rund um den Arbeitsalltag in der Jugendarbeit auftauchten. Ein unschätzbarer Vorteil – genauso wie auch die Möglichkeit, zwei erste kleine Workshops im Rahmen der infoklick-Sommerakademie 2016 durchzuführen. Auch hier hatten wir die Gelegenheit, mit Jugendarbeiter_innen über Methoden und Inhalte rund um das Thema «Mit Jugendlichen über Geld sprechen» zu diskutieren, was wertvolle Hinweise für die weitere Entwicklung des Formates lieferte.

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Anfang November war es dann so weit: Das Toolkit gedruckt, die Materialien für das Training vorbereitet – es konnte losgehen! In idyllischer Umgebung nahe Münsingen bei Bern konnten wir 18 Jugendarbeiter_innen aus der Region Bern begrüssen. Das Training umfasste theoretische Aspekte (was heisst überhaupt «Finanzkompetenz»? – wie kann man Finanzkompetenz vermitteln, worauf kommt es dabei an?) genauso wie praktische (welche «Türöffner kann man verwenden, um ins Thema einzusteigen?). Die Teilnehmenden waren engagiert bei der Sache und bereicherten die Diskussionen um Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag. Besonders positiv fanden sie, dass die Selbstreflexion, das Nachdenken über den eigenen Umgang mit Geld, eine wichtige Rolle spielte. Um authentisch und realitätsnah mit Jugendlichen über das Thema «Geld» sprechen zu können, ist es von zentraler Bedeutung, sich mit eigenen «Geld-Geschichten» und der Entwicklung der eigenen Einstellungen rund ums Geld zu beschäftigen.

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Der spielerische Einstieg in das Thema kam bei den Jugendarbeiter_innen ebenfalls sehr gut an. Sie probierten mit Begeisterung unser Serious Game «CURE Runners» aus und auch die Arbeit mit Ciao CASH konnten sich viele gut vorstellen.

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In einem abschliessenden Block thematisierten wir die Gründe, welche bei jungen Menschen zur Verschuldung führen können und diskutierten, was man bei ersten Anzeichen für ein problematisches Verhalten bei Jugendlichen als Jugendarbeiter_in tun kann. Auch die Frage, wie man die Eltern der Jugendlichen in die Behandlung des Themas einbeziehen kann, kam zur Sprache.

Alles in allem war es von Seiten Three Coins ein erfolgreiches, sehr schönes Training mit tollen Teilnehmenden. Wir haben uns sehr gefreut, dass sich auf den Evaluations-Fragebögen viele ermutigende und positive Kommentare finden und nehmen das als Anlass, weiter am Format zu arbeiten und es in Zukunft möglichst vielen Jugendarbeiter_innen zugänglich zu machen!

«Super gestalteter Workshop, sehr guter Einbezug der Teilnehmenden, sehr gute Abwechslung (Theorie, Übungen, Austausch), gutes Teamwork!»

«Danke, es war sehr abwechslungsreich und spannend!»

«Sehr wichtiges Thema.»

«Danke! Habt ihr gut gemacht.»

«Tip top, weiter so!»

«Einer der besten Workshops, die ich im Rahmen der Weissen Woche besucht habe. Danke! =)»

«Danke für eure Zeit. Macht weiter so.»

Fotos: VOJA / Three Coins

 

Special Newsletter Oktober 2016: CURE Runners in Deutschland!

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Alice ist in Deutschland angekommen!


Liebe Leserinnen und Leser,

wir feiern einen der größten und schönsten Meilensteine seit dem Start unserer Arbeit: CURE Runners wurde am 17. Oktober in Berlin lanciert und wird in den kommenden Jahren an über 1000 Schulen in Deutschland angeboten.

Möglich wird dies durch unseren Partner My Finance Coach – eine herausragende deutsche Finanzbildungsinitiative, die auf ähnlichen Prinzipien basiert wie Three Coins.

Im August 2015 begannen wir mit den Vorbereitungen zu einem gemeinsamen Weg – nun ist CURE Runners unterwegs in die Klassenzimmer der deutschen Jugendlichen.

Wir freuen uns!!! Über die Verbreiterung unserer Wirkung, über die Weiterentwicklung unseres didaktischen Materials, aber insbesondere auch darüber, dass wir mit dieser Kooperation unserem Herzensanliegen folgen können:

Starke Finanzbildungsprogramme müssen zusammenarbeiten, statt isoliert voneinander zu agieren!

Leider wird in unserem Bereich das Rad oft genug neu erfunden. Dadurch gehen Ressourcen, Kreativität und Zeit verloren. Wir entscheiden uns für einen anderen Weg: gelebte Kooperation mit Partnern, vereinte Kräfte und Orientierung am großen gemeinsamen Ziel:

Jugendlichen den Umgang mit Geld auf eine Weise zugänglich zu machen, die sie auf Augenhöhe anspricht und zur positiven Veränderung ihres Finanzverhaltens motiviert.

Liebes Team von My Finance Coach: wir freuen uns auf den Weg, der vor uns liegt! Danke für das gemeinsam Arbeiten, Lernen, Lachen und Wirken!

das Team von Three Coins

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Auf der neuen Website mfc.cure-runners.de kann man mehr über die Ziele erfahren, welche My Finance Coach mit CURE Runners verfolgt.

Und in unserem Blog findet man weitere Fotos vom Launch-Event! Danke für die tollen Bilder an Michael Fahrig.

 

Alice ist in Deutschland angekommen – My Finance Coach lanciert CURE Runners

Nach Monaten intensiver Vorbereitung war es am 17. Oktober endlich so weit: CURE Runners wurde offiziell in Deutschland vorgestellt! Die gemeinnützige Initiative My Finance Coach, unser exklusiver Partner für die schulische Nutzung von CURE Runners in Deutschland, lud nach Berlin um Alice’ Ankunft gebührend zu feiern. Natürlich war das Team von Three Coins mit von der Partie, schliesslich ist der Launch unseres Games in Deutschland einer der bisher grössten Meilensteine in unserer Geschichte!

My Finance Coach wird voraussichtlich im Sommer 2017 Trainingseinheiten für Schulklassen der Sekundarstufe I anbieten, die auf CURE Runners basieren. Mehr dazu findet sich auf der eigens eingerichteten Website mfc.cure-runners.de. Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und sind überzeugt, mit My Finance Coach einen grossartigen Partner gefunden zu haben!

Die Fotos vom Launch-Event in Berlin finden sich unten, wenn man sie anklickt, kann man sie in gross anschauen – © My Finance Coach / Michael Fahrig.

Das Allianz-Forum, bereit für CURE Runners!
Die Location ganz in CURE-Grün – alles ist bereit für die Gäste!
My Finance Coach-Geschäftsführerin Bettina von Jagow im Gespräch mit Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen
My Finance Coach-Geschäftsführerin Dr. Bettina von Jagow im Gespräch mit Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen
Bettina von Jagow begrüsst die Gäste
Dr. Bettina von Jagow begrüsst die Gäste
Schüler_innen waren auch dabei, darunter Moritz (rechts), der ein tolles Video für den Event gestaltet hat!
Schüler_innen waren auch dabei, darunter Moritz (rechts), der ein tolles Video für den Event gestaltet hat!

 

Es geht los!
Es geht los!
Three Coins im Gespräch mit Gästen
Three Coins im Gespräch mit Gästen
Es wird fleissig gespielt
Es wird fleissig gespielt

 

Moderatorin Anja Kohl
Moderatorin Anja Kohl
Moritz mit Bettina von Jagow auf der Bühne
Moritz stellt sein Video vor
Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen, bei seiner Keynote
Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Finanzen, bei seiner Keynote
CURE Runners kommt an!
CURE Runners kommt an!
Three Coins-Gründerin Katharina Norden
Three Coins-Gründerin Katharina Norden
Michael Heiml von ovos, dem Game-Studio, das CURE Runners entwickelt hat
Michael Heiml von ovos, dem Game-Studio, das CURE Runners entwickelt hat
Katharina Norden im Gespräch mit Michael Heiml
Katharina Norden im Gespräch mit Michael Heiml
Das Three Coins-Team mit Mike Wachtler (Südtiroler Volksbank) und Michael Heiml (ovos)
Das Three Coins-Team mit Mike Wachtler (Südtiroler Volksbank) und Michael Heiml (ovos)

 

Kathi (links) und Eva (rechts) mit Bettina von Jagow
Kathi (links) und Eva (rechts) mit Bettina von Jagow

 

Die Teams von My Finance Coach und Three Coins
Die Teams von My Finance Coach und Three Coins

Newsletter 8/16 | Der Sommer bei Three Coins

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Der Sommer bei Three Coins –
viel zu tun und grosse Vorfreude auf den Herbst!August2016

Der Logenplatz in diesem Newsletter gehört dem im Juni erfolgreich abgeschlossenen Pilotprojekt, aus dem die Fotos oben stammen.

Alice, die Heldin aus CURE Runners, hat ein Schuljahr lang vier Klassen in der Schweiz begleitet.
Initiiert wurde das Projekt von imedias, der Beratungsstelle Digitale Medien in Schule und Unterricht an der Pädagogischen Hochschule der Fachhoch-schule Nordwestschweiz. Das Ziel war, herauszufinden, ob – und wenn ja, auf welche Weise – CURE Runners in der Altersgruppe zehn bis 12 Jahre als Türöffner für Unterrichtseinheiten zum Thema Umgang mit Geld eingesetzt werden kann. Über die Projektresultate freuen wir uns sehr! Mehr darüber kann man in unserem Blog lesen. Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier, inklusive Projektblog und direkt anwendbaren Praxisbeispielen.

Finanzkompetenz als Thema in der Jugendarbeit
Alice rennt weiter – und erobert ganz neue Welten. Mithilfe der grosszügigen Unterstützung unserer Förderpartner, der Avina-Stiftung, der Katharina Turnauer Privatstiftung und der Gottfried und Ursula Schäppi-Jecklin Stiftung entwickeln wir ein Weiterbildungs-Format sowie ein Toolkit um das Thema «Umgang mit Geld» sowohl in Österreich als auch in der Schweiz in der Jugendarbeit zu verankern. Wie immer bei Three Coins stehen erfahrungsbasiertes Lernen und die Lebensrealität der Zielgruppe im Mittelpunkt. Infoklick – Kinder- und Jugendförderung Schweiz hat uns im Juli ermöglicht, an der jährlichen Sommerakademie einen Workshop durchzuführen. Die Ergebnisse daraus fliessen direkt in die Entwicklung ein – diese wird zudem von freiwilligen Jugendarbeiter_innen aus beiden Ländern mit Rat und Tat unterstützt. Im November wartet dann die Feuerprobe auf das neue Format: im Rahmen der «Weissen Woche» des VOJA Bern können wir die Weiterbildung zum ersten Mal anbieten. Wir sind gespannt!

Vorfreude!
Im Oktober geht’s los – CURE Runners in Deutschland! Unsere Partner bei My Finance Coach stecken über beide Ohren in den Vorbereitungen und wir können es kaum erwarten, in Berlin dabei zu sein, wenn Alice über die Startlinie rennt! Wir freuen uns schon, darüber im nächsten Newsletter ausführlich berichten zu können. Dann gibt’s auch Neuigkeiten zu unserer Finanz-App (fast) ohne Zahlen.

Bis bald,
Das Team von Three Coins

 

CURE Runners macht Schule – Ein erfolgreiches Pilotprojekt

Von Nina Hobi

Ein Schuljahr lang ist eine Gruppe von Lehrpersonen in der Schweiz mit ihren Klassen in die Welt von CURE Runners abgetaucht. Das Besondere daran: die Kinder sind zwischen zehn und 12 Jahren alt – und damit nicht die “richtige” Zielgruppe für unser Game, das doch recht hohe Ansprüche an die Spieler_innen stellt. Was bei diesem spannenden Experiment herausgekommen ist, lesen Sie hier.

Die Frage, ob gerade die Altersgruppe zwischen zehn und 12 Jahren sich von Alice’ Geschichte besonders angesprochen fühlen könnte, stand schon länger im Raum. In einem Pilotprojekt, initiiert von den Expert_innen der Beratungsstelle Digitale Medien in Schule und Unterricht – imedias (Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz) wurde nun ausprobiert, ob CURE Runners auch auf der Grundschulstufe als Einstieg in das Thema “Umgang mit Geld” funktioniert.

Das Team von Three Coins hat sich sehr gespannt auf dieses Experiment eingelassen. Für uns stand neben der Frage, wie CURE Runners bei der jüngeren Altersgruppe ankommt, im Vordergrund, welche Themen rund um den Umgang mit Geld für die Kinder besonders relevant sind.
Im September 2015 lernten Eva und ich die motivierten Lehrerinnen und Lehrer der Projektgruppe kennen. Wir erzählten ihnen, wie CURE Runners entstanden ist, wie wir finanzielle Bildung verstehen und welchen Ansatz, welche Konzepte wir mit unseren Workshops rund um das Spiel verfolgen. Darauf folgte bereits die erste kreative Phase, wir setzten uns in Gruppen zusammen und dachten über altersgerechte Übungen nach, die dazu beitragen könnten, die Kinder aus der Abenteuerwelt von CURE Runners zurück in ihren Alltag und zu ihrem eigenen Umgang mit Geld zu führen. Ein vielversprechender Einstieg! (Die Fotos kann man genauer anschauen, wenn man sie anklickt!)

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Claudia Fischer, Leiterin der Beratungsstelle imedias, war von allem Anfang an Feuer und Flamme für das Pilotprojekt und konnte die Beteiligung der Schulen am Projekt mit einem tollen Extra verbinden, das dank grosszügiger Sponsoren möglich wurde: alle Kinder der teilnehmenden Klassen erhielten für das Schuljahr ein iPad Mini, mit welchem sie sowohl in der Schule als auch zu Hause arbeiten und CURE Runners spielen konnten.

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Die Verknüpfung des Umgangs mit digitalen Medien mit dem Thema finanzielle Bildung ergibt durchaus Sinn, wie wir immer wieder gerade im Gespräch mit Eltern und Lehrpersonen betonen. In beiden Bereichen, sowohl im Finanz-Alltag als auch in der Medienwelt, hat die Digitalisierung dazu geführt, dass die Kinder in einem ganz anderen Umfeld aufwachsen als das für ihre Eltern der Fall war. Nicht wenigen Eltern fällt es schwer, Schritt zu halten mit den schnellen Entwicklungen, sie staunen über die Fähigkeiten und das Wissen ihrer Kinder und machen sich gleichzeitig Sorgen über die Konsequenzen, die sich aus einem wenig verantwortungsbewussten Umgang mit diesen neuen Möglichkeiten ergeben könnten. Im Bereich der digitalen Medien folgte daraus schon vor einigen Jahren die Einbindung des Themas in die Lehrpläne der Grundschulen, und in der Schweiz ist es mit dem neuen Lehrplan 21 auch bezüglich der finanziellen Bildung soweit. Die Pilot-Lehrpersonen, allesamt bereits sehr erfahren in der Nutzung digitaler Medien für ihren Unterricht, entschieden selbst, auf welche Weise sie CURE Runners einsetzen wollten und welche anderen Materialien und Lehrmittel zum Thema sie zusätzlich konsultierten.

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Schon zwei Wochen nach dem ersten Treffen durften wir zwei der Pilot-Klassen beim Start in das Projekt begleiten. Und es war sofort klar: CURE Runners kommt an. Die Kinder hatten zumindest bezüglich der Herausforderungen in Sachen Spielsteuerung überhaupt keine Probleme und schienen viel Spass beim Spielen zu haben. Und was uns besonders freute: sie verstanden auf Anhieb und ohne vorangehendes Gespräch darüber, dass CURE neben seiner Funktion als Heilmittel auch noch “Geld” ist.

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Das ganze Schuljahr begleitete Alice die Kinder, und die Lehrpersonen hielten ihre Erfahrungen in einem Projektblog fest. Die Einträge zeigen, dass es auch mit jüngeren Kindern durchaus möglich ist, die Geschichte und die Lerninhalte von CURE Runners aufzunehmen und Unterrichtseinheiten darauf aufzubauen. Das Game dient dabei, genau wie bei den älteren Schüler_innen, als Einstieg und Rahmen für die Beschäftigung mit dem Thema – wobei einer analogen Umsetzung nichts im Weg steht, wie die Playmobil-Version von Raynebow Island beweist:

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Die von den Lehrpersonen durchgeführten Unterrichtseinheiten zeigen sehr schön auf, welche Beziehung Kinder in diesem Alter zu Geld haben und was ihnen wichtig ist am Umgang damit. Exemplarisch dafür die Antwort eines Kindes auf die Frage, was es tun würde, wenn es “eine Million Fünfräppler” hätte:

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Die Lehrpersonen brachten die Beschäftigung mit dem Game im Unterricht sowie die Nutzung der iPads auch in ihre Elternarbeit ein. Die Rückmeldungen waren unter dem Strich positiv, obwohl erkennbar ist, dass nach wie vor einige Eltern skeptisch sind, wenn es um die Nutzung der digitalen Medien sowohl zu Hause als auch in der Schule geht. Dass das Thema Geld bereits in der Primarschule behandelt werden soll, wurde jedoch klar befürwortet.

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Im Juni 2016 wurde das Projekt abgeschlossen – ein voller Erfolg. CURE Runners lässt sich aus Sicht der Lehrpersonen und der Expert_innen der Beratungsstelle mit der entsprechenden Vorbereitung gut für die Altersstufe 10-12 Jahre einsetzen. Es ist jedoch sinnvoll, die Spiel-Sequenzen eng zu begleiten, die Schüler_innen dazu anzuhalten, die Texte im Spiel wirklich zu lesen und ihnen beim Verstehen der Story, des “grossen Ganzen”, zu helfen. Die Lehrpersonen haben einige ihrer Unterrichtseinheiten zu CURE Runners online zur Verfügung gestellt – wer möchte, kann also sofort loslegen! Wir freuen uns über weitere Erfahrungsberichte von Lehrpersonen und stehen gern mit Rat zur Seite, wenn Fragen aufkommen. Kontakt: [email protected]

Die Fotos in diesem Eintrag stammen aus dem Projektblog.